Was ist eine Familiengesellschaft?
Eine Familiengesellschaft, auch Familienpool genannt, ist eine Gesellschaft, in die Familienvermögen eingebracht wird, zum Beispiel Immobilien, Unternehmensanteile oder Kapitalanlagen.
Typisch ist die Trennung von:
- Vermögen (Gesellschafter)
- Steuerung und Verwaltung (Geschäftsführung)
So lassen sich, unabhängig von familiären Konstellationen, Rechte, Gewinne und Kontrolle sauber regeln. Der Kernnutzen ist nicht die Gesellschaft an sich, sondern die Regelbarkeit.
Im Gesellschaftsvertrag kannst Du festlegen:
- wer welche Stimmrechte hat
- wer Gewinne erhält und nach welchen Regeln
- wer verwaltet, also Geschäftsführung und Kontrolle
- wie Übertragungen an Kinder oder weitere Familienmitglieder ablaufen

Häufig genutzte Rechtsformen
| Rechtsform | Vorteile | Einschränkungen |
|---|---|---|
| GbR | schnell, günstig, flexibel | persönliche Haftung |
| Vermögensverwaltende KG | steuerlich attraktiv, gut strukturierbar | formeller Aufwand |
| GmbH & Co. KG | Haftungsschutz, Fremdgeschäftsführung | höhere Kosten |
| Kapitalgesellschaft | klare Trennung, professionell | weniger flexibel |
| Rechtsform | Vorteile | Einschränkungen |
|---|---|---|
| GbR | schnell, günstig, flexibel | persönliche Haftung |
| Vermögensverwaltende KG | steuerlich attraktiv, gut strukturierbar | formeller Aufwand |
| GmbH & Co. KG | Haftungsschutz, Fremdgeschäftsführung | höhere Kosten |
| Kapitalgesellschaft | klare Trennung, professionell | weniger flexibel |
Einordnung:
- Für kleinere bis mittlere Vermögen reicht oft eine vermögensverwaltende KG.
- Für Betriebsvermögen ist die GmbH & Co. KG regelmäßig die stabilere Lösung.
Geeignete Rechtsformen in der Praxis
GbR
- Vorteil: schnell und günstig, oft für einfache Konstellationen geeignet.
- Nachteil: Haftung kann ein Thema sein, zudem ist die Struktur für komplexe Familienkonstellationen schnell zu dünn.
Vermögensverwaltende KG
- Vorteil: sehr verbreitet bei Immobilien, gute Strukturierbarkeit.
- Nachteil: formeller, die Gestaltung muss sauber aufgesetzt werden.
GmbH & Co. KG
- Vorteil: klare Rollen, Haftung lässt sich begrenzen.
- Nachteil: höherer Aufwand und Kosten, mehr Formalien.
Kapitalgesellschaft, zum Beispiel GmbH
- Vorteil: klare Trennung, professionelle Governance.
- Nachteil: weniger flexibel für private Vermögensnachfolge, außerdem steuerlich oft eine andere Logik als im Privatvermögen.
Merke: Eine Familiengesellschaft ist oft die erste Wahl, wenn Du Vermögen schrittweise übertragen willst und Kontrolle behalten möchtest.
Was ist eine Familienstiftung?
Eine Familienstiftung ist eine eigenständige juristische Person. Das Vermögen gehört nicht mehr Dir, sondern der Stiftung selbst. Ob und wie Kontrolle ausgeübt wird, hängt von Satzung, Organstruktur und der konkreten Umsetzung ab.
Wichtig: Setze Deine Stiftung mit erfahrenen Spezialisten auf und greife nicht auf Standardverträge zurück.
Der Zweck:
- langfristiger Vermögenserhalt
- Schutz vor Zugriffen
- klare Nachfolgeregelung
Deutsche Familienstiftung – typische Merkmale:
- Schutz vor Gläubigerzugriff und Scheidung
- Erbersatzsteuer in festgelegten Zeitabständen
- Körperschaftsteuer auf laufende Erträge
- planbare Ausschüttungen
- vergleichsweise geringe laufende Verwaltung
Ausländische Familienstiftung (z. B. Liechtenstein)
- keine Erbschafts- oder Schenkungsteuer nach ausländischem Recht
- hohe Rechtssicherheit
- starke Vermögensabschirmung
- höhere Gründungs- und Strukturierungskosten
- Kontrolle über Stiftungsrat und Beirat
Warum das für Vermögensschutz relevant ist
Wenn Vermögen nicht mehr Dir privat gehört, verändern sich die Zugriffsmöglichkeiten. Das ist ein zentraler Grund, warum Stiftungen in der langfristigen Vermögensplanung eine große Rolle spielen.
Wichtig: Internationale Stiftungen erfordern immer eine saubere deutsche Einbindung, sonst droht eine steuerliche Nichtanerkennung.

Steuerlicher Vergleich der Strukturen
| Struktur | Erbschaft / Schenkung | Immobilienverkauf | Laufende Besteuerung |
|---|---|---|---|
| Privatvermögen | hoch | steuerfrei nach Frist | Einkommensteuer |
| GmbH | steuerpflichtig | immer steuerpflichtig | laufende Besteuerung auf Gesellschaftsebene |
| Familiengesellschaft | gestaltbar | steuerfrei nach Frist | transparent |
| Dt. Familienstiftung | Erbersatzsteuer | steuerfrei nach Frist | Körperschaftsteuer |
| Ausländische Stiftung | je nach Struktur | steuerfrei nach Frist | je nach Struktur |
| Laufende Besteuerung | Erbschaft / Schenkung | Immobilienverkauf | Laufende Besteuerung |
|---|---|---|---|
| Privatvermögen | hoch | steuerfrei nach Frist | Einkommensteuer |
| GmbH | steuerpflichtig | immer steuerpflichtig | laufende Besteuerung auf Gesellschaftsebene |
| Familiengesellschaft | gestaltbar | steuerfrei nach Frist | transparent |
| Dt. Familienstiftung | Erbersatzsteuer | steuerfrei nach Frist | Körperschaftsteuer |
| Ausländische Stiftung | je nach Struktur | steuerfrei nach Frist | je nach Struktur |
Die laufende Besteuerung unterscheidet sich deutlich zwischen Privatvermögen, Gesellschaft und Stiftung. Der Körperschaftsteuer-Steuersatz ist gesetzlich geregelt, zum Beispiel in § 23 KStG.
Einordnung: Je langfristiger Vermögen gedacht ist, desto größer wird in der Praxis häufig der Vorteil stiftungsbasierter Modelle.
Praxisbeispiele aus der Beratung
Beispiel 1: Unternehmerfamilie mit GmbH
- Ziel: Kontrolle und Nachfolge sichern.
- Lösung: Stiftung als Anteilseignerin verhindert Zersplitterung.
Beispiel 2: Immobilienvermögen
- Ziel: schrittweise Übertragung.
- Lösung: Familien-KG mit Nutzung von Freibeträgen.
Beispiel 3: Internationaler Vermögensschutz
- Ziel: langfristige Absicherung.
- Lösung: Stiftung kombiniert mit deutscher Holding-Struktur.
Typische Fehler in der Praxis
Der häufigste Fehler ist eine Standardlösung ohne Gesamtkonzept. Du verlierst Zeit und Geld, wenn Du eine Struktur von der Stange kaufst. Das rächt sich meist erst später, dann aber teuer.
Typische Fehler:
- Standardlösung ohne Zieldefinition: Viele starten mit Rechtsform-Fragen. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt: Ziele, Risiken, Familie, Vermögensarten, dann Struktur.
- Satzung und Vertrag als Nebensache: Gerade bei Stiftungen entscheidet die Satzung über Kontrolle, Ausschüttungen, Vermögensschutz und Anerkennung.
- Steuern isoliert betrachten: Eine Struktur kann steuerlich gut aussehen, aber schlecht für Kontrolle, Konfliktvermeidung oder Bankfähigkeit sein.
- Ausland ohne deutsche Einbindung: Internationale Stiftungen sind keine Abkürzung. Ohne saubere Abstimmung mit deutschem Steuerrecht drohen teure Korrekturen.
Eine Stiftung ist kein Formularprodukt. Fehler wirken oft erst Jahre später und haben dann eine hohe finanzielle Tragweite.
Hinweis: Viele dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn Struktur, Ziele und familiäre Situation früh sauber eingeordnet werden. Eine neutrale Ersteinschätzung kann helfen, typische Stolperfallen vor der Umsetzung zu erkennen.
Warum ist das Thema für Unternehmer relevant?
Für Unternehmer ist das Thema selten ein „Nice to have“. Es ist häufig ein Engpass, der erst spät sichtbar wird.
Steuerlich
Nachfolge findet nicht in einem Moment statt, sondern über viele Jahre. Wer Übertragungen plant, kann Freibeträge und Zeitachsen besser nutzen. Die Grundlagen ergeben sich aus dem ErbStG, insbesondere § 16 ErbStG.
Unternehmerisch
Dein Vermögen ist oft eng mit Deinem Unternehmen verbunden. Wenn Anteile im Erbfall zersplittern, leidet die Entscheidungsfähigkeit, häufig auch die Bankfähigkeit und die strategische Handlungsfähigkeit.
Vermögensstrategisch
Vermögen ist nicht nur Rendite. Es ist Stabilität, Freiheit und Sicherheit für die Familie. Ohne Struktur ist Vermögen anfällig für externe Ereignisse.
Einordnung & Lösungsperspektive
Nicht jede Familie braucht eine Stiftung. Aber jede größere Vermögensstruktur braucht ein sauberes Konzept.
Ab einer gewissen Komplexität ist es sinnvoll, mit spezialisierten Beratern zu arbeiten, die Steuer-, Gesellschafts- und Vermögensfragen gemeinsam und ganzheitlich denken, zum Beispiel im Umfeld von NLSC Steuer & Vermögensoptimierung.
Fazit: Steuern und Struktur sind Chefsache
Es gibt keine „beste“ Struktur für alle.
Entscheidend sind für Dich:
- Zielsetzung
- Vermögensart
- Familienkonstellation
- Zeithorizont
Familiengesellschaft oder Familienstiftung ist keine Geschmacksfrage. Es ist eine Strategiefrage.
- Willst Du flexibel übertragen und intern steuern, ist die Familiengesellschaft oft der erste Hebel.
- Willst Du maximale Langfristigkeit, klare Governance und starken Vermögensschutz, ist eine Familienstiftung häufig das passendere Instrument.
Wer früh strukturiert, sichert nicht nur Steuern, sondern Kontrolle, Frieden und Vermögen.
Wenn Du Klarheit willst, welche Struktur für Dein Vermögen sinnvoll ist, starte mit einer sauberen Zieldefinition und einer neutralen Ersteinschätzung, bevor Du Verträge oder Satzungen unterschreibst.
Hinweis: Der Artikel wurde von der Redaktion steuer-tipps.de recherchiert, geprüft und fachlich eingeordnet für Unternehmer und Selbstständige.

